Das schamanische A bis Z
Aufstellungsarbeit hat eine eigene Sprache. Damit niemand raten muss, steht hier, was wir meinen — und wo wir uns nicht sicher sind, steht auch das.
Aufstellungsarbeit hat eine eigene Sprache, und die klingt von außen manchmal seltsam. Hier steht, was wir meinen, wenn wir diese Wörter benutzen. In unseren Worten — andere Schulen legen manches anders aus.
Die Grundannahme ist einfach: Beziehungen sind in uns nicht nur als Gefühl abgelegt, sondern auch räumlich. Wer nah ist, wer fern, wer den Rücken zukehrt, wer gar nicht vorkommt — das steht als inneres Bild in uns.
Eine Aufstellung holt dieses Bild für ein paar Stunden nach außen. Menschen aus der Gruppe stellen sich in den Raum und nehmen die Plätze ein, die zum Anliegen gehören. Dann wird bewegt, bis das Bild anders steht.
Der Raum in der Mitte des Kreises, in dem aufgestellt wird. Man betritt ihn nicht nebenbei: Man geht hinein, wenn man gerufen wird, und man geht heraus, wenn die Rolle abgelegt ist.
„Feld“ ist ein Arbeitswort, kein physikalischer Begriff. Wenn wir sagen, im Feld sei etwas spürbar, beschreiben wir eine Erfahrung — keine gemessene Kraft.
Ein Mensch aus der Gruppe, der für jemanden oder etwas anderes im Feld steht. Er spielt nicht, er erfindet nichts und er kennt die Geschichte meist gar nicht. Er steht da und sagt, was er wahrnimmt: kalt, eng, zieht nach links, will weg.
Warum das so oft passt, ist offen. Erklärungsversuche gibt es viele — belegt ist keiner davon. Wir arbeiten damit, ohne zu behaupten, wir wüssten, warum es funktioniert.
Unser Wort für das Bild, das am Ende steht. Kein Ergebnis, kein Befund, keine Deutung — ein Bild, das man ansehen kann, wenn man wieder in den alten Knoten gerät.
Der Begriff kommt aus der Ikonenmalerei: ein Heilbild, das nicht erklärt, sondern wirkt, indem man es anschaut.
Statt „Was ist das Problem?“ wird gefragt: „Woran würdest du morgen früh merken, dass es gelöst wäre?“ Die Wunderfrage stammt aus der lösungsorientierten Kurzzeittherapie von Steve de Shazer und ist über die systemischen Strukturaufstellungen in diese Arbeit gekommen.
Bei uns bekommt das Wunder einen eigenen Stellvertreter und steht mit im Feld.
Wörtlich: das Ent-setzen eines besetzten Platzes. Der Gedanke dieser Tradition lautet, dass dort, wo durch schwere Erfahrungen etwas Eigenes fehlt, etwas Fremdes Platz nimmt — und dass es wieder gehen muss, damit man den Raum selbst füllen kann.
Man muss dieses Bild nicht wörtlich nehmen. Es beschreibt etwas, das viele Menschen kennen: dass etwas in ihnen sitzt, das sich nicht wie sie selbst anfühlt.
Das ausdrückliche Ablegen einer Rolle am Ende. Der Stellvertreter sagt laut, wer er nicht ist, und wer er wieder ist. Klingt nach Formalie, ist aber Handwerkshygiene — und bei uns Pflicht, für jede Rolle, jedes Mal.
Wer aus dem Feld geht, geht als er selbst. Wer das nicht ernst nimmt, trägt Rollen nach Hause.
Ein Format aus der schamanischen Ausbildung: Zwei Menschen schauen gemeinsam auf ein Anliegen und tauschen aus, was sie sehen. Aus dieser Arbeit kommt der Begriff des Heilbilds — und damit der Name dieser ganzen Aufstellungslinie.
Der Begriff stammt aus der Familienaufstellung nach Hellinger und meint: Ein Mensch lebt, ohne es zu wissen, das Schicksal eines anderen aus seinem System nach.
Wir benutzen das Wort — und wir behaupten nicht, dass es für jedes Muster im Leben eines Menschen die Erklärung ist.
Hellingers Kurzformel für drei Regelmäßigkeiten, die er in Familiensystemen beschrieben hat: Jeder gehört dazu; zwischen Geben und Nehmen braucht es Ausgleich; wer früher da war, hat einen früheren Platz.
Als Beobachtungshilfe brauchbar. Als Gesetz, an dem ein Leben gemessen wird, lehnen wir sie ab. Warum.
Bei uns wird geräuchert — nicht als Deko, sondern gezielt: um den Raum zu öffnen, um einen Übergang zu markieren, um eine stockende Bewegung zu begleiten. Diese Arbeitsweise kommt aus der rituellen Räucherkunde, wie sie Marlis Bader und Atita Hammes mit systemischer Arbeit verbunden haben.
Wer auf Rauch empfindlich reagiert, sagt es vorher — dann wird nicht geräuchert. Das ist kein Problem und kostet die Arbeit nichts.
Kinesiologisches Testen wird in dieser Linie benutzt, um zu entscheiden, welches Format ein Anliegen braucht. Wir sagen offen dazu: Für die kinesiologische Testung gibt es keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis. Sie ersetzt bei uns kein Gespräch, sondern begleitet es — und wo sie und das Vorgespräch auseinandergehen, gilt das Gespräch.
Der Begriff hat auf dieser Seite eine eigene Adresse, weil er zu wichtig ist für einen Glossareintrag. Was zur Wirksamkeit von Aufstellungen belegt ist — und was wir früher falsch geschrieben haben.